An Pfingsten hatte das Höfohaus wieder geöffnet und konnte den Besuchern ein besonderes Programm bieten. In den Jahren 2007 und 2008 wurde in der Vetterhöhle ein wissenschaftlich begleitetes Programm durch Biologie in Vetterhöhle durchgeführt. Das hieß für die Forscher über einen Zeitraum von 12 Monaten jeden Monat die in der Höhle aufgestellten Fallen zu leeren, den Inhalt schon in der Höhle zu sondieren, zu zählen und anschließend zuhause unter dem Mikroskop zu bestimmen. Exemplare, die nicht eindeutig bestimmt werden konnten, wurden dann an verschiedene Universitäten z.T. auch im Ausland verschickt. So ergab sich ein Bild über einen gesamten Jahreszyklus und einige interessante Funde. Die gesamte Arbeit wird in den kommenden Monaten vom HvB und den Experten noch für eine Veröffentlichung in der einschlägigen Fachpresse aufgearbeitet.
An Pfingsten konnten interessierte Besucher einige Präparate an verschiedenen Mikroskopen unter Anleitung eines Experten anschauen. So wurden Präparate von Niphargen, wie sie in unseren einheimischen Höhlengewässern vorkommen, gezeigt. Aber auch Bewohner unserer Höhlen, die kein Wasser zum Überleben benötigen, wie z.B. Mückenarten, Fliegenarten oder auch Höhlenspinnen konnten begutachtet werden. Die Höhlenforscher vom Höhlenverein Blaubeuren freuten sich über viele Besucher, die diese seltene Möglichkeit wahrgenommenhaben.
Bei Speisen und Getränken wurde anschließend noch viel über diederzeitige Forschungssituation bei den verschiedenen Projekten des HvB diskutiert. Man zeigte sich dabei sehr interessiert an der Erforschung des heimatlichen Untergrundes.

Und der Schacht 2 kann sich sehen lassen. In punkto Sicherheit und Ästhetik kann er sicherlich als das Referenz-Leitplankenschachtprojekt in Deutschland angesehen werden.
Nachdem vor drei Wochen der Eingangsschacht von der Firma Blautal armiert und betoniert wurde, fehlt jetzt nur noch der abschließende Deckel auf dem Schachteingang. Sobald der Deckel fertig ist, soll im Anschluss der endgültige Durchbruch zum Knöpfchensinterschacht erfolgen. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass sich durch den künstlichen Eingang die klimatischen Luftverhältnisse in der Höhle nachhaltig verändern.

[ Fertig betonierter Einstiegsschacht noch ohne Deckel ]

[ Einstiegsschacht mit Überresten der Verschalung ] ]
Doch es war nicht immer einfach. Besonder die letzten Meter haben es in sich. Anstatt wie sonst oft üblich im losen Blockversturz zu graben, müssen sich hier die HvB-Gräber teilweise durch meterdicken, oft stark dolomitisierten und anstehenden Fels arbeiten. Ohne den Einsatz von schweren Maschinen und Abbruchmeißeln eine fast unlösbare Aufgabe!

[ Robert Eckardt und Lars Bohg fressen sich mit dem 30kg schweren BOSCH Abbruchmeißel durch das anstehende Felsgestein] ]

[ Blick aus 13 Meter Tiefe nach oben ]
Bis Ende Juli soll der Durchbruch geschafft sein. Doch dafür wird noch an einige Wochenenden die volle Einsatzbereitschaft der gesamten HvB-Mannschaft erforderlich sein. Aber Kontinuität war auch die letzten Jahre immer eine der großen Stärken der Vetterhöhlen-Mannschaft, die in nur wenig veränderter Besetzung bereits jahrelang am Vetterhöhlen-Zustieg gegraben hatte. Für den anstehenden Durchbruch stehen auf jeden Fall bereits die Sektflaschen kalt. Denn bald heißt es hoffentlich - Durchbruch und FINALE !
Was kommt danach?Nach Abschluss des Vetterhöhlen Schacht 2 kommen neue Aufgaben auf die Mannschaft zu.
BärentalhöhleSehr spannend könnte das Projekt "Bärentalhöhle" werden, bei dem schon seit Jahren mühevoll und unter schweren Bedingungen ein vermutlich zugeschwemmter Gang aufgegraben wird. Ende 2008 wurde eine tektonische Störung erreicht, die einen Wendepunkt in der Forschung darstellen könnte. Dieser Wendepunkt wurde eindrucksvoll bei Vorträgen von Martina Boldt (Projektleiterin) in Schelklingen, Hütten und jüngst im Vereinsheim dokumentiert. Zumindest hoffen die Forscher hier bald auf neue Ergebnisse! Der aktuelle Plan hängt im Höfohaus des HvB zur Ansicht aus. Des weiteren warten noch einige Überraschungen über die wir dann zu gegebener Zeit an dieser Stelle oder / und in unserem Jahresheft berichten werden.

[Sonnenterasse des Höhlenhauses]
Als Besonderheit können diesmal Höhlentiere wie z.B. Nirphargen unter dem Mikroskop betrachtet werden. Der Höhlenverein Blaubeuren eV. freut sich auf Ihren Besuch!
[Untersuchung von Kleinstlebewesen am Mikroskop] [Niphargus. Bild: Manfred Keller]
Neuigkeiten über die Vetterhöhle
Zunächst gab es einen Bildervortrag von Lars Bohg über die neueste Entwicklung am Schacht II der Vetterhöhle.
Hier hat uns die Fa. Blautal sehr beim Betonieren des Schachtmundes unterstützt. Deshalb vielen Dank an Herrn Anhorn und seine Mitarbeiter Rico Rieling aus Weiler und Armin Steeb aus Seißen!
Auch von der Vetterhöhlen-Untertageforschung gibt es Neuigkeiten. So wurde In der Vetterhöhle ein neu entdeckter Gang vermessen und die Arbeiten an einer der Grabungsstellen fortgesetzt.

[Betonierung an Schacht 2l]
Forschungen in der Bärentalhöhle gehen ebenfalls gut voran
Anschließend gab uns Martina Boldt einen Überblick über die derzeitige Grabungssituation in der Bärentalhöhle (bei Hütten). Auch hier kommt die Grabungsmannschaft sehr gut voran. Dank des neu konstruierten Zugwagens geht der Abraumtransport jetzt noch schneller vonstatten.
Multivisionvortrag USA
Anschließend haben Claudio Filomena und Martina Boldt, wie angekündigt, in einer Multivisionsschau über ihre Fahrt entlang der „Nationalparkroute“ der USA berichtet. Der Vortrag war deshalb auch so interessant, als sich Geschichten um die Reise und geologische Erklärungen zur Entstehung vieler Sehenswürdigkeiten abwechselten.

[Großer Besucherandrang beim USA Multivisionvortrag]
- Geologische Wanderung am 23. und 24.05.2009
- 13.05.2009 Öffentlicher Geologievortrag am 16. Mai um 19 Uhr im Höfohaus über die Nationalparks zwischen Las Vegas und Denver sowie versteinerte Dinosaurier Spuren - Eintritt frei
- 07.05.2009 Höhlenflohkrebs (Niphargus) Höhlentier des Jahres 2009
- 27.04.2009 HvB auf der Gewerbeschau in Seißen
